MBA - Master of Business Administration - brauche ich den Titel?
4. April 2008 – 21:32Bildung ist immer gut, dem dürfte niemand widersprechen. Doch die Frage bleibt für viele MBA-Interessierte, ob sich der Titel, bzw. die mit dem Erwerb des Titels verbundenen Kosten wirklich amortisieren bzw. rentieren. Wahrscheinlich gibt es genauso viele Studien, die zum dem Ergebnis “ja, es lohnt sich” kommen, wie Studien, die das Gegenteil belegen wollen.
Letztlich muss jeder für sich allein entscheiden, ob er den Titel braucht. Denn: für die 15.000 EUR, 25.000 EUR oder ggf. gar 80.000 EUR, die ein MBA-Studium direkt oder indirekt kosten kann, lässt sich sehr viel Literatur kaufen, lesen und Verdienstausfall gegenrechnen.
Vielleicht ist die Frage interessanter, für wen sich der MBA bzw. Titel des Master of Business Administration nicht lohnt. Wer den Titel nicht nur aus Eitelkeit oder “Selbstbefriedigung” erwerben und führen mag, muss die mit seinem Erwerb verbundenen Kosten ja direkt mit eventuellen Mehrerlösen bezogen auf sein Gehalt bzw. als Unternehmer seine Einnahmen verrechnen.
Was bei Konzernkarrieren in vielen Fällen noch gut gelingt - immer noch viele Firmen zahlen MBA-Titel-Trägern wenigstens etwas, mitunter sogar deutlich mehr Gehalt - wird im zweiten Beispiel der “Unternehmer” schon deutlich fragwürdiger. Denn eine Unternehmensberatung oder Internet Marketing Agentur mag ihren Mitarbeitern vielleicht mehr Geld zahlen, wenn diese ein MBA Studium erfolgreich abgeschlossen haben. Doch der Kunde eines Selbständigen wird selten mehr für bestimmte Produkte oder Leistungen zahlen wollen, nur weil der Herr Geschäftsführer, Account Manager o.ä. nunmehr einen MBA-Titel auf der Visitenkarte führt.
Und während für Angestellte das monatliche Einkommen mehr oder weniger feststeht, sieht das bei Unternehmern ganz anders aus; diese können häufig mehr oder weniger (zusätzliches) Einkommen generieren, wenn sie oder wenn sie nicht am Samstag und/oder Sonntag arbeiten. Hier müssen also bzgl. der Kosten für den Erwerb eines MBA nicht nur die reinen Studiengebühren bzw. Studienkosten berücksichtigt werden, sondern auch die Opportunitätskosten des Studiums an sich - was kostet es mich als Selbständigen, wenn ich statt an einem bestimmten Kunden- oder gewinnträchtig laufenden Eigenprojekt zu arbeiten mich mit der Lektüre von MBA Studium Material beschäftige?
Die Antwort auf diese Frage ist individuell sehr unterschiedlich. Und: wenn ich nur das MBA-Wissen brauche/haben will, das mir ein MBA-Studium liefert, aber nicht unbedingt den Titel… - in diesem Fall ist es häufig besser, sich einen eigenen Lernplan aufzusetzen und diesen konsequent zu verfolgen. Die Opportunitätskosten an entgangener Umsätze/Einnahmen bzw. Freizeit sind häufig schon hoch genug; da muss man nicht in jedem Fall noch die hohen Studiengebühren der Business Schools bezahlen. Wer den Titel nicht braucht oder nicht ausreichend monetarisieren kann, der sollte sich das Wissen so aneignen, ohne offizielles MBA-Studium.
Aber, und das ist nicht zu vernachlässigen: ein sehr sehr hoher Mehrwert eines MBA-Studiums, und das artikulieren MBA-Studenten bzw. MBA-Absolventen über alle Business Schools hinweg: das Netzwerk, das man sich im Laufe des MBA-Studiums aufbaut. Dieses kann für die weitere Karriere mitunter G(o/e)ld wert sein… - siehe auch das Thema Networking-Kompetenz und Networking.
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